Projekt BMW M5R Touring – el Niño – Part II

Projekt BMW M5R Touring – el Niño – Part II

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Anfangen im Kleinen, Ausharren in Schwierigkeiten, Streben zum Großen.

Wie alles begann, zeigten wir euch im letzten Beitrag. Von der Idee bis zur Entscheidung, dem Kauf eines Basisfahrzeugs, technischer Komponente und dem Motorumbau. Nach der erfolgreichen Transplantation folgt nun das Coding, durchgeführt von der auf dieses Fachgebiet spezialisierten Firma FF Retrofittings (und Oliver). An dieser Stelle: vielen Dank für eure Hilfe und den großartigen Einsatz, bis teilweise tief in die Nacht, an unserem Projekt mitzuwirken.

Codieren [koˈdiːrən] – alternativ: Raketentechnik

Nach dem reinen Motorenumbau sprang der Motor nach diversen Einstellung direkt an, lief im Leerlauf allerdings sehr unruhig und nahm kein Gas an. Programmiert wurde bis dahin nichts, vielmehr wurde in einem ersten Test dem Auto weiterhin gesagt: „du bist immer noch ein 550i“. Nach den ersten Codezeilen sprang der Wagen schließlich gar nicht mehr, dies sollte für mehrere Wochen auch so bleiben. Zwischenzeitlich wurden sogar Zündkerzen, Injektoren etc auf ihren Zustand überprüft, um mechanische Probleme ausschließen zu können.

Anders als bei der Nachrüstung einer Sonderausstattung oder dem umprogrammieren bereits vorhandener Steuergeräte in einem Fahrzeug, besteht bei diesem Projekt eine grundlegend andere Zielsetzung. Man muss aus zwei verschiedenen Fahrzeugen eines machen und das im wahrsten Sinne des Wortes. Zwei Fahrzeuge die sich nicht nur in der Karosserie, dem Motor oder dem Antriebsstrang unterscheiden, sondern auch auf Softwareebene der einzelnen Steuergeräte komplett unterschiedlich kommunizieren. Die Steuergeräte vom M5 unterscheiden sich teilweise drastisch von denen des 550i. Funktionen die der Touring serienmäßig mitbringt, z.B. die Niveauregulierung an der Hinterachse, sind beim M5 grundsätzlich nicht vorhanden. Erschwerend kommt hinzu, das es keinerlei Unterlagen oder Codierroutinen zum Fahrzeug gibt – schließlich sind wir die Ersten die sich an den Umbau wagen.

So besteht der M5 Touring aus 33 Steuergeräten, wovon 7 Steuergeräte direkt im Bezug mit dem Antrieb stehen und 9 weitere Signale von den vorherig genannten empfangen und weiterleiten.

Zwischen der Programmierung wurden noch schnell alle Flüssigkeiten des M5 aufgefrischt.

Es musste ein komplexes Gedankenkonstrukt geschaffen werden, welches uns nicht nur vor die (kostspielige) Entscheidung stellte, welche Steuergeräte wir durch die eines BMW M5 tauschen. Sondern unter welchem Steuergerät (F11 oder M5), programmiert mit welcher Basis (F11 oder M5), haben wir anschließend weniger Probleme und Fehler zu beheben. So kam es, dass wir Steuergeräte durch M5 Hardware tauschten, diese jedoch mit einer F11 Software bespielten um in der anschließend Programmierung eine lösbare Basis zu erreichen.

Als besondere Hürden stellten sich Funktionen wie die mitlenkende Hinterachse oder die Luftfederung dar, welche zwar beim BMW F11 verfügbar sind aber im M5 nie vorgesehen waren. Alleine diese Tatsache zwang uns dazu, diverse Steuergeräte softwareseitig als Zwitter aufzubauen, halb F11 und halb M5.

Da die Codierarbeiten nicht an einem Tag zu bewältigen waren, mussten die Spezialisten von FF Retrofittings per Remoteverbindung arbeiten. Dies stellt eine weitere Herausforderung dar, schließlich kann man nicht mal eben prüfen, ob ein Kabel angeschlossen oder überhaupt vorhanden ist. Quasi nie endend wollende Telefonkonferenzen zur Fehlerbehebung mit gefühlt hunderten Änderungen der Verkabelung und anschließenden Tests brachten den Durchbruch. Der Motor sprang an.

Fast schon nebensächlich, ein erster Blick in die Kennfelder. Der Wagen soll später mit den Upgradeladern von TTE und angepasster Software von Aulitzky Tuning über 800 PS Leistung erzielen.

Mit der Zeit wurden etliche Sensoren, Leitungen, Schalter sowie komplette Steuergeräte nachgerüstet. Man darf an dieser Stelle ehrlich sagen – das hatten wir uns anders vorgestellt 🙂 Die vielen Wochen mit langen Nächten und frustrierten Momente (wovon es so einige gab) haben sich allerdings gelohnt. Das vorläufige Ergebnis kann sich sehen lassen und man bekommt langsam eine Vorahnung, wie genial und besonders dieses Fahrzeug wird.

Erneut ein großer Dank an Alex und seiner Firma ECN2Film für die tollen Fotos!

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