Eventuri Ansaugsystem – Audi RS3 / TT RS

Eventuri Ansaugsystem – Audi RS3 / TT RS

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Ein Traum aus Carbon und Luftstrom!

Vor einem Vierteljahr angekündigt, jetzt Realität: das Eventuri Carbon Ansaugsystem für den Audi 8V RS3 TTRS MK2 und MK3.

Was genau dieses System so besonders macht, wollen wir euch in den folgenden Zeilen ein wenig näherbringen. Wer schon von den Ansaugungen von Eventuri gehört hat, der weiß eventuell bereits, dass der Fokus auf der Optimierung von Luftzufuhr als auch Temperaturen liegt. Auch hier haben die Profis aus England wieder ganze Arbeit geleistet: gegenüber der Serien-Ansaugung des RS3 8V wurde zum einen der Weg zum Turbo weiter geöffnet. Dieses wurde mit Hilfe eines größeren Saugrohres – welches von 77 mm auf 88 mm vergrößert wurde – das bis zum Turbo reicht und in Zusammenarbeit mit dem patentierten Venturi-Filtergehäuse für einen laminaren Luftstrom sorgt erreicht.

Des Weiteren wurde das ganze System geschlossen konstruiert, wodurch verhindert wird, dass der Turbo warme Motorluft aus dem Innenraum ansaugt.

Die ganze Magie beginnt aber bereits direkt an der Front, wo ein komplett aus Carbon gefertigter Einlasskanal für mehr Frischluft sorgt. Durch die raue Oberfläche im Innenbereich des gesamten Systems werden zusätzlich kleine Verwirbelungen erzeugt, wodurch das Volumen des Luftstroms erhöht wird, was im Endeffekt für kältere Ansaugtemperaturen und damit für mehr Leistung sorgt.

Diese Mehrleistung zeigt sich auch auf dem Papier:
Auf dem Prüfstand wurde ein Leistungs-Gewinn von ca. 17 PS und 33 nm über das gesamte Drehzahlband gemessen. Hierbei hat Eventuri mehrere Durchläufe vorgenommen und die Temperaturen dabei genaustens überwacht, damit es zu keinen Abweichungen kommt. Das Leistungsdiagramm wurde mit der Serienansaugung und der Lösung von Eventuri erzeugt. Die Motorhaube war dabei jedes Mal geschlossen. Wir werden in Kürze eigene Daten auf der Straße mithilfe unseres Insoric LPS erfassen und hier zeigen.

Eventuri-Ansaugsystem-Audi-RS3-TTRS-LPS

Damit auch ihr von den vielen Vorteilen dieser Ansaugung profitieren könnt, wurde bei der Entwicklung darauf geachtet, dass die Montage wie bei einem Serien-System erfolgt und auch problemlos wieder zurück gerüstet werden kann.

Ein TÜV-Teilegutachten ist in Arbeit und wird demnächst mit dem System ab Lager verfügbar sein. Die Ansaugung ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich. Das Kit beginnt bei 1299€ inkl. Alu-Rohren, 1599€ komplett aus Carbon sowie in farbig Kevlar für 1999€.

Hier gehts zum Audi RS3 / TT RS Eventuri Ansaugsystem

Wenn ihr Fragen zu diesem System habt, stellt diese gerne direkt im Blog. Alternativ erreicht ihr unser Service-Team auch über service@cf-dynamics.de oder via Telefon unter der 0231 – 228 10 240.

 

Nutzer Aoon_M hat im englischsprachigen Forum Audi-sport.net einen fundierten Vergleich mit Messdaten zwischen den aktuell verfügbaren (und ernstzunehmenden) RS3 Intakes am Markt vorgenommen. Seinen Beitrag haben wir für euch übersetzt.


 

Um die vorangegangen Posts ein wenig besser zu verpacken, habe ich mir die Mühe gemacht und mit den verschiedenen Ansaugungen ein paar Daten-Logs erstellt. Ich werde versuchen, das so einfach wie möglich zu halten.

Die Parameter die ich geloggt habe waren wie folgt:

Wastegate duty cycle – das Wastegate an einem Turbolader steuert die Höhe des Ladedrucks. Dies geschieht durch Entlüften von überschüssigen Abgasen aus dem Turbolader und Umgehung der Turbine. Wenn nötig passiert das durch Entlüften der Abgase, bevor diese die Turbine drehen, so dass der Turbo wenig oder gar keine Leistung bekommt. 0% bedeutet, dass es auf der Sprungfeder läuft und somit die geringste Menge an Ladedruck erzeugt welche am Wastegate eingestellt ist. Das ist normalerweise so um die0.6bar. 100% Wastegate-duty cycle bedeutet, dass versucht wird so viel Ladedruck wie nur möglich zu erzeugen bzw. so viel wie der Turbo von Werk aus aushalten müsste. Wenn das Wastegate stark genug ist wird unter Umständen unendlich Ladedruck erzeugt und der Turbo damit zerstört.

In einfachen Worten ausgedrückt: der Wastegate duty cycle zeigt an wie stark der Turbo gerade beansprucht wird.

Wenn das Steuergerät also 1.6 bar Ladedruck anfordert, wird das Steuergerät das Wastegate immer wieder schließen bis 1.6 bar Ladedruck konstant anliegen.

An dieser Stelle kommt es auf die Effizienz deines Setups an. Ein Turbo ist nichts anderes als eine Pumpe: wenn man beispielsweise 70 % dieser Pumpenleistung braucht, um 1.6 bar Ladedruck zu erzeugen, ist es sinnvoll, alle Flaschenhälse vor und nach dem Turbo zu entfernen (vor: Ansaugung // nach: Downpipes, Abgasanlage). Durch die Effizienzerhöhung der Pumpe wird die Hitze in diesem Kreislauf verringert und die Pumpe wird in ihrer Ausübung ihrer Arbeit – effizient in ihrem Wirkungsbereich zu arbeiten – unterstützt.

Durch den Vergleich des Wastegate duty cycle mit allen Ansaugungen können wir sehen, wie hart der Turbo jeweils arbeiten muss. Wir wollen den genannten Zyklus möglichst geringhalten, um den Soll-Ladedruck zu erreichen. Je weniger das Wastegate arbeiten muss, umso weniger Wärme wird erzeugt, was zu einer effizienteren Arbeitsweise des Turbos führt und damit am Ende zu mehr Leistung.

Die unten aufgeführten Protokolle wurden im 5. Gang und weit geöffneter Drosselklappe mit 10 C° Umgebungstemperaturen mit einer Abtastrate von 8x durchgeführt, was das VCDS maximal erlaubt.

Beginnen wir mit der Serien-Ansaugung.

In der nachfolgenden Grafik können wir sehen, dass das Wastegate zu 100 % arbeiten muss, damit 1.6 bar Ladedruck erzeugt werden. Sobald diese 1.6 bar erreicht sind, fällt die Leistung sofort auf 65,2% bei 3540 U / min. zurück (graue Linie).

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Bei der nächste Grafik folgen wir der orangefarbenen Linie und sehen, wie dynamisch sich diese Arbeitsleistung verändert um das Ziel von 1,6 bar zu halten. Das Wastegate arbeitet bei 74,59% bei 7139 U / min.

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Jetzt kommen wir zur 034 Motorsports Ansaugung: (Anm. d. R.: Bauart vergleichbar mit anderen deutschen Herstellern)

In der nachfolgenden Grafik sieht man, dass auch hier 100% Aktivität des Wastegates erforderlich ist, um 1.6 bar zu erreichen (grüne Linie). Sobald diese erreicht sind, fällt die Aktivität sofort auf 62,1% bei 3603 U / min. (graue Linie).

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Im nächsten folgen wir wieder der grünen Linie folgen und beobachten, wie das Wastegate arbeitet, um den Ladedruck von 1,6 bar zu halten. Die Arbeitsleistung beträgt 64,5% bei 7158 U / min.

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Wir sehen oben, dass beim Vergleich zur Serie mit dem 034 Intake am unteren Ende der Skala die Effizienz um 3,1% und um 10,09% im oberen Ende der Skala erhöht wird. Eine marginale Verbesserung im unteren Ende und eine hervorragende Verbesserung an der oberen Grenze. Das war bei diesem System auch nicht anders zu erwarten.

Zum Schluss unterziehen wir das System von Eventuri demselben Test. Ich war wirklich neugierig ob ein geschlossenes System wie das Eventuri die offene Bauweise des 034 – was theoretisch mehr Luftzufuhr ermöglichen sollte – sich in der Praxis schlägt. Kurz überschlagen sollte man annehmen, dass das Eventuri hart kämpfen muss, da die Luft nur aus dem Ansaugtrakt kommt und nicht von überall wie bei dem 034.

Hier der Arbeitszyklus des Eventuri am unteren Ende mit 59,4 %

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Am oberen Ende zeigen sich 64,09%

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Hier nochmal eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse:

Serie 65.2 / 74.59

034 62.1 / 64.5

Eventuri 59.4 / 64.09

 

Das Seriensystem zeigt deutliche Einbußen über das gesamte Drehzahlband, wo hingegen das 034 System den Wirkungsgrad nach oben raus spürbar erhöht. Die Eventuri-Ansaugung entspricht im oberen Bereich nahezu dem 034-System, geht aber noch einen Schritt weiter und verbessert den Wirkungsgrad um 5,8% im unteren Bereich und 10,5% im oberen. Diese Zahlen sind riesig, wenn man über duty maps von Turbo-Kompressoren spricht. Diese erlauben es einem Tuner, das Potential des Turbos noch mehr auszuschöpfen, bevor dieser den Hitzetod erleidet.

Als nächstes wollen wir einen Blick auf die Beschleunigungswerte von 100-200km / h mit VBOX werfen. Alle Tests wurden abermals bei 10 C° Außentemperatur sowie einem vollen Tank mit Tesco Momentum vollzogen.

Zuerst die Messung mit der Serien-Ansaugung. Wir sind mit jedem System 6-mal gefahren und haben jeweils die beiden besten Werte zum Vergleich genommen. Diese Zeiten wurden für aufsteigend korrigiert, um die bestmögliche Genauigkeit zu erhalten.

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Als nächstes das System von Eventuri. Eine sofortige Verbesserung von einer halben Sekunde. Das ist eine absolut große Zahl bei 100 – 200 Messung. Die, die es wissen, werden es wissen!

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Das 034-System

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Auch hier besteigt Eventuri wieder das Siegertreppchen.

Hierfür habe ich auch noch einmal den Stil des bereits genutzten Daten-Loggings verwendet, um die Unterschiede der drei Systeme anschaulicher vergleichen zu können.

Das Serien-System macht bei 3450 U / min. 2547mbar Boost (atmosphärisch) mit einer Luftmassenmenge von 718 g / s

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Das Eventuri-System erzeugt 2667mbar Boost bei 3450 U / min. mit einer Luftmassenmenge von 754 g / s. Damit macht es etwa 0.1 bar Ladedruck mehr bei gleicher Umdrehungszahl im Vergleich zum Serien-System. Das war genau das Ziel und viele andere Systeme scheitern hierbei. Der folgende Graph des Turbos zeigt das Ansprechverhalten auf der Straße.

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Jetzt kommt der Graph des 034 welches mein Gefühl untermauert, ein wenig träger als das Serien-System zu reagieren.

034 schafft 2521 mbar Ladedruck bei 3450 U / min was weniger als das Serien-System ist. Das zeigt, wie das Filter-Design von Eventuri, worüber wir vorher gesprochen haben, im Vergleich zu konventionellen Systemen agiert.

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Die hier erzielten Zahlen mögen klein erscheinen im Hinblick auf das Maximum von 1.6 bar maximalem Ladedruck auf dem Turbo. Aber ein Performance-Gewinn von 0.1 bar ist eine Menge.

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